In meiner Küche hängen und stehen mehr emaillierte Gegenstände, als ich zugeben möchte: Töpfe, eine große Kanne, ein Brotkasten und mehrere kleinere Dosen. Nicht alles davon landet je auf dem Herd. Manches ist so schön abgestoßen und mit kleinen Sprüngen im Weiß, dass ich es lieber ansehe, als es zu benutzen, während anderes, robusteres Geschirr fast täglich im Einsatz ist. Diese Trennung zwischen Gebrauch und Dekoration habe ich mir über die Jahre mühsam antrainiert, nachdem mir anfangs beides ziemlich durcheinandergeraten war.
Was noch auf dem Herd landet
Meine beiden großen Kochtöpfe aus Emaille benutze ich fast wöchentlich, vor allem für Suppen und Eintöpfe, die lange köcheln müssen. Die dicke Emailleschicht hält die Hitze gleichmäßig, ganz anders als dünnes Edelstahl, und solange die Schicht innen keine Risse oder Abplatzer hat, ist nichts dagegen einzuwenden, mit ihnen zu kochen. Genau dieses Kriterium prüfe ich bei jedem Fund zuerst: Ich fahre mit dem Finger über den Boden und die Seiten und suche gezielt nach kleinen scharfkantigen Stellen, an denen der Lack fehlt.
Was nur noch schön aussieht
Der Brotkasten aus den fünfziger Jahren, mit einem verblassten Blumendekor auf der Front, wird bei mir nicht mehr für Brot benutzt. Das Scharnier klemmt, und im Inneren löst sich an einer Stelle Rost, den ich nicht in Kontakt mit Lebensmitteln haben möchte. Er steht jetzt auf dem Küchenschrank und bewahrt Backpapier und Zahnstocher auf, wofür seine Schönheit völlig ausreicht. Ähnlich halte ich es mit zwei kleineren Dosen, deren Deckel nicht mehr richtig schließen: Sie sind zu hübsch zum Wegwerfen, aber ungeeignet für alles, was frisch bleiben soll.
Lebensmittelsicherheit: worauf ich wirklich achte
Ältere Emaillewaren, besonders solche vor den siebziger Jahren, können in seltenen Fällen Schwermetalle in der Glasur enthalten, vor allem bei sehr farbintensiven Dekoren. Bei einfarbig weißen oder cremefarbenen Stücken sehe ich das Risiko als gering an, bei stark bemalten, bunten Kannen bin ich vorsichtiger und nutze sie eher als Vase oder Dose. Grundsätzlich gilt: Sobald der Lack Risse zeigt, kommt darunterliegendes Metall in Kontakt mit dem Essen, und dann verbanne ich das Stück konsequent zur Deko.
Pflege, damit es lange hält
Emaille reinige ich ausschließlich von Hand, mit warmem Wasser und einem weichen Schwamm, niemals mit Stahlwolle, die die Glasur unweigerlich zerkratzt. Nach dem Spülen trockne ich alles sofort ab, weil stehende Feuchtigkeit an kleinen Chip-Stellen den darunterliegenden Rost fördert. In der Spülmaschine landet bei mir keines dieser Stücke, auch wenn manche Hersteller das inzwischen erlauben, denn die aggressive Hitze und die Reinigungstabs greifen die alte Glasur auf Dauer stärker an als handwarmes Wasser.



