In unserem Keller stehen mehr Terrakotta-Töpfe als Weinflaschen, gestapelt in Türmen, die meinem Mann jedes Mal ein Stoßseufzen entlocken, wenn er an den Winterreifen vorbei muss. Einen davon, den größten, habe ich vor Jahren aus Italien mitgebracht, im Zug, auf dem Schoß, weil er im Koffer nicht sicher genug schien. Er hat eine grünliche Patina auf der Schulter, die aussieht wie kleine Moosinseln, und genau die wollte ich damals unbedingt haben, nicht das makellose Terrakotta aus dem Baumarkt nebenan.
Als der Zugbegleiter fragte, ob der Topf einen eigenen Sitzplatz bräuchte, habe ich tatsächlich kurz überlegt, ob ich ihn ernst nehmen soll.
Kalkränder gehören dazu
Die weißen Ränder, die sich an vielen alten Töpfen bilden, sind Kalkablagerungen aus dem Gießwasser, kein Zeichen von Verfall. Ich versuche sie längst nicht mehr wegzuschrubben, das habe ich am Anfang gemacht und dabei die zarte Oberfläche stellenweise angeraut. Heute lasse ich sie stehen, zusammen mit dem Moos, das sich in den Rillen ansiedelt. Nur wenn ein Topf zu offensichtlich nur noch weiß statt terrakottafarben wirkt, wische ich vorsichtig mit einer weichen Bürste und klarem Wasser darüber, ohne Reinigungsmittel, das die Poren des gebrannten Tons sonst verstopfen würde.
Frostschäden, die man vermeiden kann
Terrakotta nimmt Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm, und genau das wird im Winter zum Problem: Gefriert das Wasser in den Poren, sprengt es das Material von innen. Ich habe auf diese Weise einen wunderschönen alten Topf verloren, der über Nacht förmlich auseinandergebrochen ist, mit einem Knall, den ich zuerst für einen umgefallenen Fahrradständer hielt. Seitdem stelle ich frostempfindliche Stücke rechtzeitig vor dem ersten Frost trocken und geschützt, notfalls auf umgedrehte Untersetzer, damit kein Wasser von unten nachziehen kann.
Stapeln im Keller ohne Bruch
Beim Stapeln lege ich immer eine dünne Lage Vlies oder eine alte Zeitung zwischen die Töpfe, sonst reiben die Ränder beim Herausnehmen im Frühjahr gegeneinander und splittern. Größere Töpfe stelle ich nach unten, kleinere obenauf, nie umgekehrt, seit mir einmal ein ganzer Turm umgekippt ist, weil die Balance nicht stimmte. Wer wenig Platz hat: Auch ein geschützter Platz unter einem Vordach reicht oft, solange die Töpfe nicht direkt im Regen und Frost zugleich stehen. Wichtig ist am Ende weniger der Ort als die Trockenheit.



