Jahrelang lag unser Gartenschlauch einfach im Kreis auf dem Weg, ein grüner Ring, über den mein Mann regelmäßig gestolpert ist, meistens mit den Händen voller Blumenerde, was seine Laune nicht besser gemacht hat. Erst als ich bei einer Freundin einen alten gusseisernen Schlauchhalter an der Hauswand sah, schwer, mit einem Griff wie ein Anker, wurde mir klar, wie viel Unordnung wir uns über Jahre selbst zugemutet hatten. Ich habe noch am selben Wochenende angefangen, unsere Gartenwand neu zu ordnen, mit deutlich mehr Enthusiasmus, als das Projekt eigentlich verdient hätte.
Mein Mann hat erst die Augen verdreht, als ich mit Zollstock und Bleistift an der Wand herumkritzelte, und dann doch mitgeholfen, weil er die Aussicht auf einen stolperfreien Weg zu verlockend fand.
Warum Gusseisen an der Wand Sinn ergibt
Ein gusseiserner Halter trägt spielend das Gewicht eines vollen, nassen Schlauchs, ohne sich im Lauf der Jahre zu verbiegen, wie es bei dünnen Kunststoffhaltern schnell passiert. Bei uns hängt seit einem Jahr ein schwerer Halter mit gebogenem Arm, der den Schlauch in einer großen, lockeren Schlaufe hält statt in engen Windungen, die auf Dauer Knicke ins Material drücken. Das Gewicht des Gusseisens selbst sorgt zudem dafür, dass nichts wackelt, selbst wenn man kräftig am Schlauch zieht, um die letzten Meter aus dem Beet zu ziehen.
Montage in altem Ziegel
Unsere Gartenwand ist aus Ziegel, der schon deutlich über hundert Jahre alt ist, mürbe an manchen Stellen, fest an anderen. Beim ersten Bohrversuch bin ich genau in eine bröckelige Stelle geraten, der Dübel hielt keine zwei Wochen. Inzwischen klopfe ich die Wand vorher mit dem Fingerknöchel ab, um feste von hohlen Stellen zu unterscheiden, und benutze bei Zweifeln lieber einen längeren Dübel mit mehr Mörtelmasse drumherum. Wer unsicher ist, sollte lieber zweimal messen und einmal bohren, das klingt banal, hätte mir aber einiges an Ärger erspart.
Werkzeughaken, die auch etwas hermachen
Neben dem Schlauchhalter hängen bei uns mehrere kleine Haken aus dem gleichen Material, für Rechen, Spaten und die Gießkanne, die sonst ständig im Weg stand. Ich habe bewusst unterschiedliche Höhen gewählt, sodass die Werkzeuge nicht wie an einer Werkbank aufgereiht wirken, sondern eher wie zufällig gewachsen. Das ist natürlich nicht zufällig, sondern genau geplant, aber genau dieser Trick macht aus einer reinen Ordnungslösung fast schon ein kleines Wandbild, das man auch ohne Werkzeug daran gerne ansieht.
Selbst Besucher, die nie einen Spaten in der Hand hatten, bleiben manchmal kurz davor stehen und fragen, wo ich die Haken gefunden habe. Meistens antworte ich dann: auf demselben Flohmarkt wie fast alles andere im Garten auch.
Wer keinen alten Halter findet: Neulich habe ich in einem Online-Shop einen gusseisernen Gartenschlauchhalter mit Blumenornament gesehen, der dem Stück an der Wand meiner Nachbarin verblüffend ähnlich sieht – das Foto oben zeigt ihn.



